Cameron Highlands sind ein Traum

Von unserem Hotel im Taman Negara Nationalpark fuhren wir mit einem Boot zunächst über den Fluss zur gegenüberliegenden Anlegestelle in Kuala Tahan. Von dort fuhren wir mit einem (vorher gebuchten) Minivan vier Stunden durch die bergige und kurvige Landschaft Malaysias bis zu den Cameron Highlands. 

Unser Hotel lag sehr zentral in der überschaubaren Stadt Tanah Rata. Neben der unglaublichen Landschaft hatten die Cameron Highlands zwei wichtige Sehenswürdigkeiten, die wir uns unbedingt anschauen wollten. 

Eine der bekannten Strawberry (Erdbeer) Farmen und natürlich die – über die Landesgrenzen hinaus weltweit bekannten – Teeplantagen. 

Anna und ich beschlossen zu der naheliegenden Strawberry Farm zu Fuß zu laufen. Dort angekommen glich alles einer Art überdimensionalen Gemüseplantage in einem riesigen Gewächshaus. Hier werden neben den Erdbeeren auch verschiedene Sorten Salat, Kartoffeln und Gartenkräuter angebaut. 

Im „Erdbeer Shop“ angekommen musste ich sofort an meine liebe Freundin Tati denken.😉 Für sie als Hamburger „Erdbeerkönigin“ und riesen Erdbeerfan.  Siehe auch Tati’s Online Erdbeershop (www.1001erdbeere.com) wäre es sicherlich das Paradies auf Erden gewesen. Es gab hier wirklich alles was man sich nur vorstellen kann mit Erdbeeren: z.B. Erdbeer Plüschtiere und Puppen, Anhänger, Magnete, Taschen in allen Größen und Formen, Ohrwärmer und Mützen, Erdbeerschokolade, Bonbons und Tee… Anna und ich stärkten uns mit einem leckren Erdbeer Smoothie und einem frischem Erdbeer Pancake mit leckrem Joghurt. 

Abends liefen wir noch über den Wochenendmarkt und wurden mal wieder von allen Seiten gemustert und beobachtet. Plötzlich wurden wir von einem Gemüsehändler angehalten, der riesige Früchte anbot. Sie sahen wie übergroße Rambudan (Frucht aus Thailand) aus. Rambudan sind total lecker und schmecken ähnlich wie Lychees. Der Verkäufer nahm ein scharfes Messer und hackte die Frucht, die so groß wie eine Kokosnuss war, mit einem Schlag auf und öffnete sie. Das weiße Fruchtfleisch sah schon total klibbrig, lapprig aus und der ecklige Geruch kroch einem sofort in die Nase. Der Verkäufer gab Anna und mir „freundlicherweise“ (Achtung Ironie) ein Stück zum Probieren. Ich schaute den Typ nur unglaubwürdig an und dachte nur das wäre ein Scherz. Anna probierte es zuerst, schaute mich danach an und ihr Gesicht sprach in dem Moment echt Bände. Wie soll man danach noch etwas probieren???😉 Und just in dem Moment sagt sie auch noch: „Oh man das ist soooo ecklig!“ Wer ist freiwillig etwas was nicht nur komisch aussieht, riecht und offensichtlich auch noch schmeckt? Antwort darauf: ICH! Aber nicht aus Dummheit, sondern und ich gestehe das war der einzige Grund: aus Solidarität zu Anna. Doch schon 2 Sekunden später nachdem ich das Ministück probiert hatte, spuckte ich es wieder aus. Das war einfach das mit Abstand Ekelhafteste (Sorry, aber ich bin ehrlich!) was ich je probiert hatte. Der Geschmack war eine Mischung aus verfaulten Eiern, rohen Zwiebeln und irgendwas klipprigem. Der Name der malaysischen Frucht, die Einheimische sooo toll finden, ist Durian. Nach dem Erlebnis waren wir auf der Suche nach was richtig Essbarem um diesen blöden Geschmack endlich los zu werden… Wir fanden schlussendlich einen Stand mit leckrem gegrillten Maiskolben.😉

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Taxi zur naheliegenden Teeplantage. Der Weg dorthin führte uns durch eine enge, kurvenreiche Strasse, die wenig befahren ist. Vorbei an den wunderschönen, grün leuchteten Teefeldern und an den einfachen Häusern der dort lebenden Teepflücker, die grösstenteils aus Bangladesch stammen. Hoch oben befand sich hingegen das grosse Haus des aus England stammenden Managers dieser Teeplantage. 

Wir hatten an dem Tag Glück, denn wir hatten in den Cameron Highlands eine tolle Sicht und strahlend blauen Himmel. Der perfekte Kontrast zu den moosgrünen Teeplantagen. Es sah einfach wie gemalt aus und erinnerte mich landschaftlich total an die traumhafte Südinsel von Neuseeland. 

Nach dem Besuch der Teeplantage machten wir uns auf den Weg nach Kuala Lumpur. Wir holten uns am Schalter des Busbahnhofs in Tanah Rata (für 30 RM = ca. 7,50 € pro Person) ein Busticket mit welchem wir nach Kuala Lumpur fuhren. Der Bus war super modern und hatte sehr bequeme (Liege) Sitze, welche die 4-stündige Fahrt für uns relativ angenehm und erträglich machten. 

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Unser Abenteuer im Dschungel

Nach einem stärkenden Frühstück starteten wir unser „Abenteuer in den Dschungel“.😉

Ein paar Kilometer ging es abenteuerlich über eine Art schmalen „Steg“ rauf und runter in Richtung des Canopy Walkway .

Man kann es eigentlich kaum in Worte fassen oder beschreiben, was wir an diesem Tag auf diesem Weg alles erlebt, gehört und gesehen haben. Immer wieder hieß es „Anna!“ oder „Frances, warte mal. Hörst du das? Was ist das?“ 

Rascheln, klappern, zirpen, kreischen, etc. Alle denkbaren Geräusche, die man sich nur vorstellen kann, begleiteten uns auf unserem Weg. Lianen, Wurzeln, Schlingpflanzen, Farne, riesengroße Blätter von noch viel größeren Bäumen sahen wir, soweit das Auge reichte. 

Sowohl der Guide der ersten als auch der zweiten Gruppe, die wir überholten, staunten nicht schlecht, dass wir zwei Mädels auf den Spuren von Mogli hier alleine im „wilden“ Dschungel unterwegs waren. Immer mal wieder sah man Äffchen durch die Baumkronen und das Gestrüpp springen. 

Am Canopy Walkway, der längsten Hängebrücke der Welt, angekommen, führte uns die Konstruktion aus Holzbrettern mit Netzen und Seilen ca. 40 Meter über dem Erdboden insgesamt 500 Meter durch die Baumkronen der Urwaldriesen. Es war unglaublich wackelig aber auch ein einmaliges Erlebnis mit einer atemberaubenden Aussicht. 

Vom Ende des Canopy Walkways nahmen wir den Abzweig zum Berg „Bukit Terisek“, der uns innerhalb von etwa einer Stunde den Berg hinaufführte. 

Mittlerweile war es Mittagszeit und die Luftfeuchtigkeit hier im Regenwald unerträglich hoch. Gefühlte 100% Luftfeuchtigkeit bei über 30 Grad. Hier kam man selbst im Ruhezustand sofort ins unaufhörbare Schwitzen. Wir konnten überhaupt nicht so viel trinken, wie wir an Flüssigkeit verloren – mit einem Puls, der jenseits von Gut und Böse war. Keine Sorge! Mittlerweile geht es uns dank isotonischer Getränke aber wieder gut. 

Oben angekommen, genossen wir die phänomenale Aussicht über die saftig grün, bewachsenen Berge des Regenwaldes hier im Landesinneren Malaysias. Einfach umwerfend schön war dieser Anblick. 

Erwähnenswert ist auch, dass dieser unglaubliche Regenwald in dem wir uns befanden – Taman Negara -bereits 130 Millionen Jahre alt ist. Damit ist er sogar älter als der im Amazonas. 

Im Taman Negara Nationalpark gibt es unsagbar viel an Flora und Fauna zu bestaunen. Zudem gibt es 10.000 Pflanzen, 150.000 verschiedene Insektenarten, 25.000 Arten von wirbellosen Tieren, 675 Vogelarten, 270 Reptilienarten sowie 250 verschiedene Süßwasserfische und 200 Arten von Säugetieren zu bewundern. 

Nachmittags wurden wir mal wieder, in unmittelbarer Nähe unseres Bungalows, kurzzeitig von Affen verfolgt, die dafür sorgten, dass wir blitzschnell in unseren Bungalow rannten. Innerhalb von Null-Komma-Nix, nachdem wir die Türe hinter uns zuschlugen, saß auch schon einer der Affen bei uns vor dem Fenster und starrte neugierig hinein. Wir gingen erst wieder raus, als die Luft „rein“ war und setzten uns auf die Terrasse unseres Häuschens um den Tag ausklingen zu lassen, als plötzlich unser neuer „Wachhund“ kam. Wir tauften ihn Eberhard. 

Ein Wildschein, das auf schnalzen mit der Zunge reagierte und uns ganz treuherzig mit seinen braunen Bambi-Augen ansah. Als er dann aber schon mit den Vorderbeinen auf der Treppe zu unserer Terrasse stand, sprangen wir doch etwas erschrocken aus unseren Sesseln auf und Anna ging sicherheitshalber zur Tür hinein, während ich mich mit angewinkelten Beinen auf das Geländer der Veranda setze. 

Eberhard schlich weiter, aber wich nicht von unserer Seite. So legte er sich irgendwann total putzig zuerst mit den Vorderbeinen vorsichtig hin, bevor er den Rest des Körpers seitlich fallen ließ. Er blieb in dieser Position, trotz neugieriger und fotografierender Passanten, vor unserem Haus liegen. Als gehörte er schon immer wie selbstverständlich zu uns dazu. 

Nach dem Abendessen tauchte das den ganzen Tag von mir vermisste Tapir im Hotel wieder auf.😉

Anna’s Worte: „Folgendes sich abspielende Szenario könnte bald einem Walt Disney Film gleichen:
Das Tapir spazierte gegen 22.00 Uhr gemütlich und seelenruhig durch den Garten des Hotels und stand etwas schüchtern neben den Hecken. Die Hotelgäste waren alle verwundert ein echtes Tapir so nah zu sehen (ähnlich wie es uns am Vorabend ging) – nicht wie im Zoo, sondern hautnah. 

Frances, die sich mal wieder als Karla Kolumna, der rasenden Reporterin, entpuppte, weiß nicht nur, wie sie Männer um den Finger wickeln kann, sondern auch Tapire dazu bewegen kann, zu ihr zu kommen. So standen sich die beiden gegenüber und es hieß: „Kamera an!“. Als einzige der Hotelgäste verfolgte Frances nun das Tapir mit ihrer Kamera auf Schritt und Tritt. Unerschrocken blieb sie an seinen Fersen (die übrigens ganz niedlich aussehen), egal wohin es lief. Bis zum Restaurant ließ sie sich von dem ihr körperlich doch um einiges überlegenen Tier, nicht abschütteln. Von zwei Restaurant Mitarbeitern wurde das Tapir daran gehindert in das Restaurant hinein zu spazieren, während der tierfreundliche Hotelmanager mit einem Eimer voll Resten Wassermelone aus der Küche kam. Diese wurden auf die Wiese gekippt und von dem Tapir genüsslich verzerrt. Man sah dem Tapir an, wie sehr es sich förmlich freute. 

Natürlich stand noch ein typischer Night-Jungle-Walk auf unserem Programm. Wir starteten gemeinsam mit unserem Guide um 20:30 Uhr (bewaffnet mit unseren Taschenlampen) in die Finsternis des Regenwaldes. Unser Guide wies uns darauf hin, dass wir nichts anfassen und nicht an den Bäumen rütteln sollten, da die Tiere teilweise auf den Bäumen leben und hier nahezu alles giftig ist. Im Nachhinein betrachtet, haben die Worte unseres Guides eine ganz neue Bedeutung bekommen… 

Aus dem Nichts heraus funkelten uns auf einmal grüne Augen an. Wir gingen zu dem Baum und sahen eine Spinne, die so groß war, als würde man mit einer ausgestreckten Männerhand die Zahl „5“ zeigen. Getarnt in den Farben des Baumes wartete sie darauf, ein Insekt mit ihrem Gift töten und dann verspeisen zu können. Glücklicherweise ist das Gift „dieser“ Spinne (Hunting Spider) für Menschen nicht tödlich.
Wir sahen unterschiedlichste Tiere eine Art Chamäleon das auf einem Ast schlief, eine riesige Spinne (wie eine Vogelspinne mit haarigen Beinen), die Vögel frisst und deren Gift auch Menschen töten kann, Giant Ants, Termiten, Tausendfüßler, etc. 

Glücklicherweise haben wir in dieser Nacht keine Cobra gesehen, die es hier sonst auch gibt. Das Gegengift zu bekommen wäre äußerst kompliziert und sehr kostenintensiv und das Serum von Kuala Lumpur erstmal 4 Stunden hierher gebracht werden müsste. 

Dafür hatte Anna das „Glück“, dass sie durch Zufall einen Skorpion gesehen hat, der neben ihrem Fuß entlang lief. Dieser Mini-Skorpion war vielleicht gerade mal 3 cm groß. Aber auch schon diese 3 (!) cm können extrem gefährlich sein, denn diese Art von Skorpionen sind extrem giftig. Selbst bei dieser „kleinen“ Größe können sie einen erheblichen Schaden anrichten und bei Menschen sogar tödlich verlaufen. Wenn ihr Gift in den menschlichen Körper gelangt und man nicht rechtzeitig in einer Klinik behandelt wird, so führt ihr Stich binnen 2-3 Tagen zum Herzstillstand und damit zum Tod. 

Wir bogen in einen kleinen Abzweig ab und unser Guide sagte ganz leise: „Be quiet!“, nahm uns in den Arm und ging ganz langsam, behutsam und gebückt mit uns bis zu einem Baum, den er anleuchtete. Hier saß ein riesiger, schwarzer Skorpion, der tatsächlich die Größe einer ausgestreckten Männerhand hatte. Wie giftig der nun ist, wollten wir gar nicht mehr wissen. 

Alleine hätte wir hier wirklich nicht mehr lang laufen wollen. Insbesondere nicht, weil die ganzen anderen Geräusche, die man hier und da hörte, einen immer wieder aufhorchen und aufzucken ließen…

Das Abenteuer im Taman Negara Nationalpark hat sich auf jeden Fall gelohnt. 

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Ein Tapir zum Kuscheln – im Taman Negara

Wir sind am Dienstag gegen 12:50 Uhr von Redang aus nach Subang geflogen. Dort mussten wir mit dem Taxi zu der Busstation namens Pekeliling in Kuala Lumpur fahren. Der Taxifahrer fuhr aber erstmal zu einer falschen Bus Station – TBS (angeblich aus Versehen) und ließ das Taxometer einfach weiterlaufen. Als wir bei der richtigen Bus Station ankamen, gaben wir ihm lautlos die 60 RM. Das wäre der Normalpreis für diese Strecke (laut Taxi Servicebüro am Flughafen). Das Taxometer des Fahrers zeigte mittlerweile schon sagenhafte 105 RM an. 

Wir haben im Laufe unserer bisherigen Reise schon von einigen Asiaten völlig naiv und teilweise auch frech gesagt bekommen, dass wir Europäer und vor allem die Deutschen doch alle reich wären. Deshalb versuchen natürlich Leute, die in der Dienstleistungsbranche arbeiten, einen immer wieder über den Nuckel zu ziehen. Nur weil man längere Zeit als Backpacker unterwegs ist, heißt das aber ganz sicher nicht, dass man im Lotto gewonnen hat und mit Geld nur so um sich schmeißt. Wer das glaubt, dem kann ich diese Illusion definitiv nehmen. Klar, Anna und ich geniessen unsere Reise durch Südostasien mit Sicherheit, gönnen uns auch ab und an mal etwas Luxus, wie z.B. eine Coconut Oil Massage an unserem letzten Abend in Ao Nang – Krabi oder unser kurzer Aufenthalt auf Redang. Aber dennoch achten wir hier jeden Tag auf unser Budget und übernachten deshalb auch größtenteils in preisgünstigen Hostels, reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und vermeiden absichtlich überteuerte Touristenangebote. Und unvorhersehbare Dinge passieren trotzdem. Wenn zum Beispiel aufgrund des zu hohen Wellengangs in der Monsunzeit keine Boote von Redang zurück zum Festland fahren. Dann muss man einfach kurzerhand einen Inlandsflug buchen, um von der Insel Redang wieder weg zu kommen. Sicher kann man bei so einer längeren Reise durch Südostasien längst nicht alles planen oder einkalkulieren. Das würden wir auch gar nicht wollen, denn das wäre sicherlich auch langweilig. Aber es sollte dennoch in einem gewissen Preis-Leistungs-Verhältnis stehen. Ich sehe es beim besten Willen nicht ein z.B. für einen frisch gepressten Orangensaft so stolze Preise zu zahlen, wie sonst in der Schweiz. 

Gegen 17:45 Uhr fuhren wir mit dem Bus (für 16,80 RM) ca. 3 Stunden nach Jerantut. Von dort ging es weiter mit einem Taxi nach Kuala Tahan. 

Als wir dort gegen 22.30 Uhr ankamen, sagte der Taxifahrer zu uns: „We arrived!“ Wir standen aber mitten im Nirgendwo. Wir stiegen aus und ich fragte Anna noch „Wo ist die versteckte Kamera?“. Nach über 11 Stunden, die wir unterwegs waren, durften wir unser Gepäck ein letztes Mal rumschleppen. Diesmal war es kein Flugzeug, kein Bus und kein Taxi. Die Überraschung des Abends: wir durften in ein wackliges Boot steigen, dass uns innerhalb von 5 Minuten zur gegenüberliegenden Flußseite, zu unserem Hotel brachte. 

Das Highlight des Abends und des ganzen Tages war – ein Tapir! Kein Scherz!😉 Ein riesengroßes, echtes, zutrauliches und verschmustes Tapir, welches sich VOR das Restaurant unseres Hotels gelegt hatte und alle Mitarbeiter versuchten es zum Aufstehen zu bewegen. Doch vergeblich… stattdessen kuschelten wir einfach mit ihm.😉

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Das Paradies auf Erden – Insel Redang

Die Insel Redang ist eine malaysische Insel und liegt im Südchinesischen Meer. Etwa 25 km vor der Ostküste der malaiischen Halbinsel und ca. 50 km nordwestlich der Stadt Kuala Terengganu. 

Bereits die ersten Fotos von Redang, die ich in verschiedenen Malaysia Reiseführern gesehen hatte, waren ein Traum. Und spätestens als ich danach noch eine Reportage von einer Journalistenkollegin gelesen hatte, wusste ich: WIR müssen da unbedingt hin!😉

Ich erzählte Anna ganz begeistert davon und wir änderten kurzerhand unsere Reisepläne und unsere vorher festgelegte Route. Ipoh und Taiping wurden spontan gestrichen. 

Im Internet suchten wir nach einer passenden und noch verfügbaren Unterkunft für uns für 3 Tage. Günstige Hotels oder Hostels waren auf der Insel aber schlichtweg nicht vorhanden. Wir fanden durch Zufall das „The Taaras Beach & Spa Resort“, rechneten unser Reisebudget noch einmal durch, schauten uns kurz an, waren uns sofort einig und buchten das letzte verfügbare und bezahlbare Zimmer im Hotel auf der Insel Redang.
Allerdings nicht zur Hochsaison, sondern wie sich später erst heraus stellte zur Monsunzeit. Wahrscheinlich bekamen wir deshalb den „Monsun-Specialprice“.😉

Vor der Küste von Terengganu befindet sich das traumhafte „The Taaras Beach & Spa Resort“. 

Taaras Beach & Spa Resort auf Redang 

Das Hotel befindet sich in einer kleinen Bucht mit direktem Zugang zu einem weißen, ganz feinsandigen Strand mit türkis-blauen Meer. Die Bucht war von Felsen umgeben, die mit hohen bewachsenen Bergen umschlossen war. 

Anna’s Eindrücke von Redang:
„Hier angekommen betraten wir das Paradies. Noch nie habe ich so etwas Unglaubliches gesehen. In unserer Bucht, in der das Hotel liegt ist ein breiter, weißer Sandstrand. Der Sand ist so weich als würde man auf Watte gehen. Man kann ihn kaum in der Hand halten, da er so fein ist, dass er direkt durch die Finger gleitet. Der Strand gehört ausschließlich den Hotelgästen. Da aber Nebensaison wegen der Monsunzeit ist, ist hier bis auf den „Security-Man“ keine Menschenseele zu sehen. Frances und ich waren die einzigen (abgesehen von ein paar Krabben), die Spuren im Sand hinterließen.“ 

Wir wuschen unsere Wäsche selbst, denn Backpacker haben kein Geld dafür in einem Hotel wie diesem mal eben so 5,50 Euro für die Reinigung einer einzigen Hose auszugeben. Ja, das wäre tatsächlich in dem Fall der Preis PRO (!) Kleidungsstück und nicht für die gesamte Wäsche gewesen. 

Als wir die Wäsche großzügig auf Kleiderbügel verteilt im Zimmer aufhingen, wurde es draußen plötzlich laut. Ich schaute aus dem Fenster, blickte auf den Baum direkt davor und nach unten. Ich sah einen ca. 60 cm großen Affen auf dem Balkongeländer sitzen. Plötzlich tauchte ein weiterer Affe mit Baby auf und es gesellten sich immer mehr dazu. Auf einmal kam aus dem Nichts etwas geflogen und traf den Affen. Dieser schrie laut auf und rannte ganz aufgeregt den Baum hoch und runter und schimpfte lautstark dabei. Wir wunderten uns. Was war das denn? Die Putzfrau aus der Wohnung unter uns hatte irgendetwas nach dem Affen geworfen. Aber was? Wir staunten nicht schlecht als wir erkannten, dass sie tatsächlich ihren Fensterputzer nach dem Affen geworfen hatte. 

Wenig später erfuhren wir an der Rezeption, dass die Affen hier echt gefährlich und aggressiv seien und es besser wäre ihnen aus dem Weg zu gehen und möglichst keine raschelnden Tüten in den Händen zu halten. Babyhaie gibt es hier im Meer übrigens auch. Wie gut, dass wir nicht direkt bei der Ankunft gefragt wurden, ob wir nicht ins Meer zum Schnorcheln oder Tauchen gehen wollen…

Die letzten drei Tage haben wir die Sonne, die frische Meerluft, den traumhaften Strand – ohne nervige Händler und Massentouristen á la Patong Beach, sowie den Luxus des tollen Wellness & Spa Resort genossen. 

Hier im Hotel arbeitet auch eine ganz nette und sehr kompetente Deutsche. Marion, die Touristik studiert hat und nach 2 Jahren Malediven vor 4 Monaten hierher kam. Sie hat sich ganz hervorragend um unsere Weiterreise gekümmert, da aufgrund von Auswirkungen der Monsunzeit der Bootsverkehr zwischen der Insel und dem Festland zur Zeit eingestellt wurde. Also musste schnell ein Flug für uns her. Gut, dass Dienstag Flugtag auf Redang ist! 

Doch wir hatten noch keine Idee, wie wir dann von Kuala Lumpur zu unserem nächsten Reiseziel – dem Tamam Negara Nationalpark kommen könnten. Die Infos aus dem Lonely Planet waren nicht sehr ausreichend und selbst die Infos aus dem Internet waren nicht mehr auf dem neuesten Stand. Aber Marion hatte eine optimale Lösung für uns gefunden, für die wir sehr dankbar sind.😉

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Kota Bharu

Bereits um 4.20 Uhr klingelte am Freitag morgen unser Wecker, um 5 Uhr wurden wir von unserem Taxi abgeholt, denn schon um 7 Uhr ging unsere Malaysia Airlines Maschine von Penang nach Kota Bharu. Aus unserer Propellermaschine konnten wir bereits aus der Luft die Auswirkungen des anhaltenden Monsuns an der Ostküste Malaysias sehen. Weite Teile des Landes insbesondere um Kota Bharu herum waren überschwemmt und auch die Flüsse waren über ihre Ufer getreten. Wir schauten uns an und fühlten uns beide in dem Moment nicht sonderlich wohl.

In der Stadt Kota Bharu an sich war es aber trocken. Der Islam ist hier weit verbreitet und im ganzen Land die Religion mit höchstem Anteil (über 55%). Nah und fern hörte man immer wieder die Gebete des Muezzin, die über Lautsprecher übertragen wurden und somit durch alle Straßen und Gässchen dieser doch eher hässlichen, schmutzigen Stadt hallten. Freitag war in Malaysia Public Holiday – Indian Festival.  Nahezu ausgestorben war die Stadt. Von den „vermummten“ Menschen, die dort dennoch zu sehen waren wurden wir angestarrt und von oben bis unten gemustert. Es gibt vermutlich nicht viele (europäische) Touristen, die sich hierher verirren…  

Von Anna: So wenig uns die Stadt auch gefallen hatte… aber zwei gute Sachen muss man ihr anrechnen: es gab einen Bäcker, bei dem wir erstmal zuschlugen und etwas zu essen kauften – was wir unbedingt auch brauchten – und Wolle. Ja, es gab Wolle sogar in Frances Lieblingsfarbe türkis. Als Frances die unschlagbar günstigen Preise hier sah, musste sie einfach zuschlagen.😉 So sind die Sockenpaare, die sie davon herstellen kann, für den nächsten kalten Winter in Deutschland schon mal gesichert.   

Samstagmorgen starteten wir um 6:30 Uhr nach Merang Jetty, wo unser Boot nach Redang ablegte.  Der Plan war eigentlich im Taxi zu schlafen. Doch bei dieser Fahrt war es schlichtweg unmöglich. Der übermüdete Fahrer im Rentneralter machte eher den Eindruck er hätte erst seit kurzem seinen Führerschein und sammelte fleissig jedes Schlagloch indem er mit Vollgas einfach durchbretterte. Nach zwei Stunden Taxi Fahrt kamen wir gut bei der Anlegestelle in Merang Jetty an. Jetzt hatten wir aber noch 2,5 Stunden Zeit bis das Boot ablegte. Was macht man da?! Das Schweizer Taschenmesser auspacken und das gestern Abend im Supermarkt gekaufte Nutella auf die frischen Croissants schmieren und einfach genießen. ;-)  

An dieser Stelle möchte mal festgehalten werden, warum wir im Blog so viel über Essen schreiben: Hier ist es nicht so selbstverständlich wie in Deutschland oder generell einer zivilisierteren Welt an vernünftige, sattmachende und im besten Fall gut schmeckende (nicht abgelaufene) und erschwingliche Lebensmittel zu kommen. Deswegen freuten wir uns z.B. auch in Penang über das leckre Sushi so sehr…  

Um 11 Uhr legten wir ab, nachdem unser Gepäck in Müllsäcke gepackt wurde. Wir mussten nur schmunzeln. Jetzt wissen wir aber auch warum.  Eine Stunde fuhren wir mit zwei weiteren Passagieren die auch ins Taaras wollten zur Insel. Unsere Mitreisenden waren ziemlich – nennen wir es – korpulent. Sie saßen auf einer Seite des Bootes, wir auf der anderen. Das Boot hatte ziemlich Schieflage, was sich auch darin widerspiegelte, dass unsere Mitreisenden deutlich nasser wurden als wir, da auf der tiefer im Wasser liegenden Seite bei jeder Welle das Wasser natürlich umso mehr reinschwappte.  Zu Frances Nachteil saß das Paar leider so weit auseinander, dass sie auf der anderen Seite des Bootes genau in ihrer Mitte saß und all das Wasser, was zwischen den beiden herschoss, abbekam und ziemlich nass wurde.  Die Fahrt musste einfach gefilmt werden. Ich bat Frances mich für die Zeit festzuhalten, da es sonst echt heikel gewesen wäre. Man hat, wenn das Boot über den höchsten Punkt der 3-4 m hohen Welle hinweg war und wieder nach unten „schoss“, den Po von der Bank verloren. Jeder, der schon mal Achterbahn gefahren ist, kann nachvollziehen, wie wir uns gefühlt haben. Mit dem Unterschied, dass die Achterbahnfahrt nach ein paar Minuten vorbei ist und wir 1 Stunde auf dem offenen Meer unterwegs waren.  Bereits auf der Fahrt haben wir über den „richtigen“ Titel unseres Blogeintrags nachgedacht:  1. Es leben Superpep Reisekaugummis!  2. Wellness für Fortgeschrittene…  Oder 3. Wir sind im Paradies angekommen!  Zudem hat das Lied „Durch den Monsun“ von Tokio Hotel an diesem Tag für uns eine völlig neue Bedeutung bekommen! 😉

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Penang

Nach unserer über 10 stündigen, spektakulären Busfahrt (worüber Anna bereits im vorherigen Blogeintrag geschrieben hat – siehe unten) kamen wir gut in unserem Hostel in George Town auf Penang an.

Am nächsten Morgen erkundeten wir erstmal die Insel Penang. Der erste Eindruck war, dass man hier wortwörtlich das Gefühl hatte sich zwischen Little India und Chinatown zu befinden und nicht unbedingt in einer malaysischen Stadt zu sein. Überall waren Inder und Chinesen und man wurde überall erstaunt angesehen, als sei man die „lila Milka Kuh“. Manche Einheimische lächelten nur verlegen, andere erschraken und trauten sich erst gar nicht einem ins Gesicht, geschweigedenn in die Augen zu schauen… Wir waren hier völlig unerwartet DIE Touristenattraktion. Spontan wurden wir von Teenis auf der Strasse angesprochen, weil sie unbedingt Fotos von und sogar mit uns zusammen wollten. Anna und ich machten den Spaß einfach mit!😉

In unserer Nähe befand sich (sehr praktisch) ein großes Einkaufszentrum mit einem Starbucks Café. Und JA, ich muss gestehen, ich bin ein Starbucks Fan!😉 Also war schon mal klar, wo wir schnell einen kleinen Happen zum Frühstück essen und einen leckren Caramel Macchiato trinken würden.😉 Das Einkaufszentrum war riesig und auf 4 Etagen erstreckte sich alles was das Herz begehrt und es erinnerte mich an das riesige Centro in Oberhausen. Es gab zahlreiche Läden für Elektronik und Handy, mehrere Drogerien, Klamotten und Schuhlädem, sowie Unmengen von „Hello Kitty“ Souvenirs (an dieser Stelle sei aber erwähnt, dass ich dieses kitschige Wesen gar nicht mag) und diverses Manga Equipment für Jung und Alt. 

Wir liefen zu Fuß Richtung Hafen, wo sich auch der bekannte „Clocktower“ und das Museum „Fort Cornwallis“ befand. Das Museum erklärte vieles über die Geschichte von Malaysia und über die Entstehung der Stadt Penang unter Einfluss der Briten und Franzosen. 

Als Sushi-Fans freuten wir uns schon auf unser Abendessen bei „Sushi King“. Es war schlichtweg ein Traum! Wir bestellten die Karte hoch und runter, hatten ca. 35 mega leckre und frisch zubereitete Makis und Nigiris in diversen Varianten gefuttert und das alles zu einem unschlagbarem Schnäppchenpreis von umgerechnet ca. 10 €. Kein Witz! So etwas wäre in Deutschland wahrscheinlich undenkbar gewesen. 

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus Nr. 204 für 2 RM (umgerechnet 50 Cent) zur Endhaltestelle „Penang Hill“. Von dort sind wir dann mit einer Seilbahn (30 RM Hin/Retour) zum Gipfel bzw. Plateau des Berges gefahren. Wir hatten einen tolles Ausblick über die ganze Stadt Penang und konnten von dort bis zum Hafen schauen. Wieder unten im Tal angekommen, beschlossen wir lieber zu Fuß weiter zu laufen und uns was zu essen zu suchen, nachdem wir die Wucherpreise für Mittagessen im Restaurant auf dem Berg gesehen hatten. Wir fanden wenig später einen beliebten Streetfood Laden direkt an der Strasse, wo sonst nur Einheimische sassen. Wenn das den Malaien gut schmeckt, dann uns bestimmt auch. Wir bekamen eine Art Fischsuppe mit Udon Nudeln und frischem Gemüse serviert. Es schmeckte, machte satt und war zudem auch noch günstig – was will man als hungriger Backpacker noch mehr?😉

Frisch gestärkt liefen wir zu Fuß die vielen verwinkelten Gässchen, vorbei an zahlreichen Souvenirständen, bis zu der Chinesischen Tempelanlage. Der Tempel selbst war übertrieben kitschig verziert. Alles war mit roten und goldenen Lampions mit chinesischen Schriftzeichen geschmückt, unzählige chinesische Drachen und Schlangen sprangen einem förmlich entgegen und aus den Lautsprechern dröhnte lautstark chinesische Musik. Wo waren wir plötzlich? In Shanghai oder Peking? Das hatte doch mit Malaysia gar nichts zu tun. Wir liefen danach enttäuscht vom Tempel zur Bushaltestelle und fuhren zurück zum Einkaufszentrum. Was unseren Abend rettete? Ein weiteres Abendessen bei Sushi-King.😉

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Unsere (Bus) Odyssee nach Malaysia

Heute kommt zur Abwechslung mal ein Blogeintrag von meiner lieben Freundin Anna:

„Um 10:20 Uhr wurden wir vom Bus in Ao Nang abgeholt. Wir fuhren zu einer Busstation. Alle Mann mussten raus aus dem Bus. Wir wurden separiert: die Einen nach Phuket, die Anderen nach keine Ahnung und wir sowie ein anderes Pärchen nach Penang. 

„Penang? Dann könnt ihr wieder rein in den Bus.“ 10 Minuten später kamen wir an einem Busterminal an. Hier hieß es wieder: „Raus aus dem Bus!“ Auf der Straße wurde unser Gepäck einfach abgeliefert. Also schleppten wir unser Zeug zu einem weiteren Bus und es hieß wieder: „Rein in den Bus.“ Dieser Bus war aber bereits so rappelvoll, dass wir nur noch in der letzten Reihe ein „kuscheliges“ Plätzchen bekamen.

Was wir aber nicht wussten ist, dass dieser Minivan in den wir „verladen“ wurden keinen „Kofferraum“ hatte und deswegen das Gepäck einfach in den Mittelgang geschmissen wurde. An dieser Stelle hörte auch Frances bis gerade noch kurz geglaubte Beinfreiheit auf. Wie die Ölsardinen saßen wir nun in der hintersten Ecke, während die Klimaanlage auf voller Leistung versuchte den Bus, in dem wir mit 14 weiteren Passagieren saßen, runter zu kühlen. Nach zwei Stunden war aus dem Ölsardinentransporter ein Transporter für gefrorenes Fleisch geworden. Wir kuschelten mit den Köpfen auf dem Kissen von Frances, deckten die Oberkörper mit Pullovern und einer Fleecejacke ab und deckten uns mit meinem (Anna) Cashmere Schal zu, um die Körper gegenseitig auf Temperatur zu halten. 

Die anderen Passagiere fragten sich wahrscheinlich auch, warum wir Europäer uns so anstellten, denn sie selbst saßen in kurzen Hosen und T-Shirts im Bus und wir waren mal wieder die einzigen Europäer. 

Ja, wir jammern hier auf dem höchsten Niveau, aber wir sind einfach zu groß für diese, für kleinere Thais konzipierten, Vehikel. 

In Trang hieß es dann wieder: „Alle Mann raus aus dem Bus.“, wenn das nur so einfach gewesen wäre, denn im Mittelgang stapelte sich ja das Gepäck in die Höhe. Wir hielten an einem „Supermarkt“ wo wir etwas essen konnten. Nach 20 Minuten hieß es wieder: „Alle Mann rein in den Bus.“ 

Definitiv hat unser Busfahrer seinen Beruf verfehlt. Statt Touristen und Einheimische von A nach B zu kutschieren, wäre er besser Rennfahrer geworden. Ewig Vollgas fuhr er nicht nur auf den Geraden, sondern auch in den Kurven und Baustellen. Die Kurven nahm er zudem immer auf der Ideallinie – ungeachtet dessen, ob wir im Gegenverkehr fuhren oder nicht. Überholt wurde nicht rechts (wir sind ja hier im Linksverkehr) sondern wenn es passte auf dem Standstreifen und wenn es gerade keinen gab, dann auch hier im Gegenverkehr. An dieser Stelle muss man kurz sagen, dass wir gut und wohlbehalten in Georgetown angekommen sind. 😉

Wir fuhren bis Hat Yai, wo einige unserer Mitreisenden schon ausstiegen. Neben uns saß noch ein junger Mann in der letzten Reihe, der (wie wir dachten) wohl auch gleich aussteigen würde. Wir freuten uns schon wie Bolle, dass wenn er endlich weg ist, wir uns schön auf der letzten Reihe ausbreiten könnten. Einer rechts ans Fenster, einer links und die Beine in die Mitte. Leider nicht! Der Bus hielt auf einer Kreuzung und ein weiterer Mann, der uns bis dato noch unbekannt war, riss die Türe des Busses auf und starrte hinein. „Pinang Pinang“… Mitkommen… Was??? Das ist jetzt nicht sein Ernst. Und wieder hieß es für uns „Raus aus dem Bus“ – wohlgemerkt, mitten auf der Kreuzung. Dass wir unser Zeug nicht in Bus Nr. 3 vergessen haben ist ein Wunder, da wir im Schweinsgalopp die Sachen zusammensammeln und aussteigen mussten. 

Wir folgten mit zwei anderen Mitreisendem dem „neuen Mann“ und wurden in ein Büro gebracht, in dem wir die Pässe abgeben mussten. Der Mann holte einen Bus, wir bekamen die Pässe wieder und es hieß: „Rein in den Bus“. 

Von Hat Yai ging es Richtung Süden zur Malaysischen Grenze.
„Immigration Checkpoint“! Alle Mann raus aus dem Bus und anstellen. Wir waren an der Reihe, haben unseren Stempel aber NOCH nicht bekommen. Warum? Weil unsere thailändischen Depature-Cards fehlten. Dumm, dass wir nur nicht mehr wussten, wo sie nach Einreise in Bangkok hingekommen waren. Also rannte ich zum Bus zurück, während Frances die Stellung hielt und fand sie dann doch recht schnell in meinem gut beherrschten Chaos.
Zurück bei der Passkontrolle bekamen wir dann auch ohne weitere Probleme unseren Stempel. 

Aber nicht den ersehnten Einreisestempel von Malaysia, sondern den Ausreisestempel von Thailand. Zurück zum Bus und: „Rein in den Bus“.
Wir fuhren etwa 5 Minuten, bis der Busfahrer an einem neuen Checkpoint hielt, ausstieg, den Kofferraum aufriss und unser, sowie das Gepäck der Mitreisenden aus dem Auto zerrte. Das ist jetzt ein Witz, was macht er da? Also, raus aus dem Bus. Während ich meinen Rucksack auf den Rücken setzen konnte, hatte Frances es nicht ganz so leicht, da ihr Gepäck in der Schutzhülle verstaut war. Sie konnte es aber nicht so leicht tragen, da sie bereits mit zwei weiteren Rucksäcken (wovon einer mit im Bus benötigten Sachen und ihrem Reiseproviant gefüllt war) beladen war. Also ging ich schon mal vor in das Gebäude zur Immigration-Station. Dort wartete ich und Frances kam rein. Ohne ihre große, schwere Tasche. Etwas verdutzt schaute ich drein, als diese von einem höflichen Engländer hinter ihr hergetragen wurde. An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf einen der ersten Blogeinträge verweisen, an dem wir davon sprachen, dass wir einen Mann, der die Sachen hinter uns her trägt eigentlich nicht bräuchten. Deenoch wurde Frances Wunsch nach Hilfe an dieser Stelle erhört. Jaja, die Briten… Die haben noch die alte Schule genossen… 

So, Stempel im Pass, weiter geht’s und unser Gepäck wurde durchleuchtet. Welchen Sinn das hatte weiß kein Mensch, da niemand hier saß, der sich die Aufnahmen angeschaut hätte. Wir verließen das Gebäude, das Gepäck wurde wieder eingeladen und es ging wieder: „Rein in den Bus“. 

Nun sind wir in Malaysia und sitzen immer noch im Bus. Die Sonne geht gerade unter. Erster Eindruck: Hier ist es deutlich grüner als in Thailand. Die Häuser sind moderner. Man könnte auch meinen, dass man in Spanien oder Italien unterwegs sei. Diese Autobahn führt uns zwischen Bergen, die aus dem Nichts in den Abendhimmel ragen weiter Richtung Süden, bis wir heute Abend nach Penang kommen. 

Dort sind wir jetzt. Mitten im indischen Viertel ist unser schnuckeliges Hostel – das „Kimberley House“. Wir teilen uns für die nächsten Tage die Bäder mit unseren Flurnachbarn und müssen auf Tageslicht in unserem Zimmer zwecks mangelndem Fenster verzichten. Da wir aber eh nur zum Schlafen hier sind, ist das uns beiden eh egal…“