Alice Springs – im Herzen des Kontinents

Nach einem 2-stündigen Flug mit Qantas von Darwin aus und über 1500 km bin ich gut im „Herzen des Kontinents“ – in Alice Springs angekommen. Ein kostenloser Shuttle Bus brachte mich direkt vom Airport in nur 30-Minuten zu meinem Hostel „Haven“. Perfekt!

Nachdem ich eingecheckt und mein Gepäck im Mehrbett-Zimmer abgestellt hatte, machte ich mich mit einer kleinen Map ausgestattet so schnell wie möglich alleine auf dem Weg zum „Anzac Hill“. Von dort aus wollte ich mir unbedingt den Sonnenuntergang anschauen. Wenn man nur kurz in Alice Springs ist, muss man die wenige Zeit die man hat, meiner Meinung nach, eben optimal nutzen.

Der Anzac Hill ist sozusagen der „Hausberg“ von Alice Springs, auf dem ein weißer Obelisk als Kriegsdenkmal zusammen mit einer australischen Flagge thront. Man hat von dort oben eine wunderschöne Aussicht über die gesamte Stadt, bis zu den Wüstenbergen der Mac Donnel Range. Und der steile Anstieg über Felsen und unwegsames Gelände lohnt sich auf jeden Fall!

Alice Springs ist nicht besonders groß. Maximal 30.000 Einwohner hat die Stadt. Die meisten Sehenswürdigkeiten kann man problemlos per Fuß erreichen.

Nachdem ich den tollen Sonnenuntergang gesehen hatte, lief ich zur Todd Mall – der Fußgängerzone, wo sich auch gleichzeitig eine Shoppingmeile befand. Mein Ziel war der große Supermarkt Coles. Ich kaufte mir noch schnell ein paar Lebensmittel ein, damit ich mir noch was in der Hostelküche kochen konnte. Gesagt, getan!

Im Hostel angekommen war der Andrang in der Küche gigantisch. Es war gar nicht so leicht zwischen all den männlichen Hobbyköchen noch einen Platz am Gasherd für mich zu finden.

Da standen sie nun, die ausgehungerten Männer und schauten ganz stolz auf ihr blutiges Steak in der Pfanne. Sie erzählten mir, wie froh sie doch wären nach fünf Tagen endlich wieder Fleisch oder Eiweiß zu sich zu nehmen. Als „Beilage“ gab es Bratkartoffeln, die aber ziemlich missglückt vor sich her brutzelten. Ich gab ihnen kurzerhand noch ein paar Tipp fürs Kochen und plötzlich waren die Jungs aus Kanada, Neuseeland und Argentinien so hellauf begeistert, dass sie mir sogar eins ihrer wertvollen Steaks anboten. Ich verzichtete natürlich großzügig darauf. Wie heißt es so schön? „Jeden Tag eine gute Tat?“ Well done…

Kings Canyon Walk

Wenn man von Alice Springs aus den Stuart Highway entlang fährt, erreicht man nach über 480 km die bizarre Schlucht die den Namen „Kings Canyon“ trägt.

Der Kings Canyon befindet sich im großen Watarrka Nationalpark. Die Farben im „Roten Zentrum“ sind wirklich einzigartig. Rote Erde, strahlend blauer Himmel, eine beeindruckende Flora und Fauna und das alles in einer einsam wirkenden Wüstenlandschaft.

Als wir gegen 15 Uhr am Kings Canyon ankamen hatten wir die Wahl zwischen einem kurzen und langen Walk. Der kurze Walk hätte wohl nur eine Stunde gedauert, aber wäre nur durch die Schlucht selbst gegangen. Bei der beeindruckenden Natur entschied ich mich sofort und ohne zu zögern für die lange Variante. Meine Wanderschuhe hatte ich sicherheitshalber vorher angezogen und es ist auch absolut empfehlenswert richtige Trekking Schuhe für diese Wanderung zu tragen. Für diese Strecke sollte man zwischen 3,5 – 4 Stunden einplanen.

Wenn man die ersten 400 Stein Stufen aus rotem Sandstein erfolgreich hinter sich gebracht hat, wird man mit einem wunderschönen Blick über die Schlucht entschädigt. Danach läuft man bergauf und bergab durch den wunderschönen Watarrka Nationalpark, sieht zahlreiche Felsformationen und durchquert u.a. den beeindruckenden „Garten Eden“.

Die Sonne geht langsam zwischen den großen Bäumen am tollen Kings Canyon unter. Die Wolken sehen aus wie Zuckerwatte am Himmel und im Radio unseres Van’s läuft der wunderbare Song „Rule the World“ von Coldplay.

Nach einem tollen Tag fahren wir zu unserem Campingplatz, wo wir nach einem leckrem BBQ Abend, die Nacht in Swags unter freien Sternenhimmel verbringen werden…

P.S. By the way – für alle hoffnungslosen Romantiker gibt es die super App „Sterne 3D“ fürs iPhone. Mit dieser tollen App kann man sich (auch ohne Wifi) die Sterne anzeigen lassen. Einfach das iPhone in den Himmel halten und man bekommt gesagt, welcher Stern das ist. 😉

Ayers Rock – Uluru

Was sind wohl die beliebtesten Touristenattraktionen auf der Welt? In Ägypten sicherlich die eindrucksvolle Cheops Pyramide und in Griechenland die Akropolis. Und in Australien? Ist vielleicht der einzigartige Ayers Rock das meist fotografierte Fotomotiv.

Aber was macht diesen ovalen“Fels“ eigentlich so besonders? Der Uluru, wie er von den Aborigines genannt wird, ist etwa vor gut 600 Millionen Jahren entstanden. Der gigantische Monolith hat eine Höhe von 348 m, ist 3,8 km lang und 2,4 km breit.

Als ich 2009 das erste Mal in Australien war und gereist bin, hatte ich leider keine Zeit um den Ayers Rock zu besuchen. Und damals kosteten die 3-Tages-Touren auch locker über 600-700 Dollar je nach Reiseveranstalter und das war mir dann echt too much. Aber inzwischen sind die Preise radikal gesunken.😉

Der Ayers Rock ist zusammen mit den Felsendomen „Olgas“ zum Uluru-Kata-Tjuta National-Park zusammengefasst. Der Park wird auch als das Erbe der Menschheit bezeichnet und schmückt die World Heritage List der UNESCO.

Wir kamen nachmittags im Uluru-Kata Tjuta National Park an und besuchten zunächst das Culture und Information Centre des Uluru. Bei der netten Australierin Martha konnte ich sehr nützliche Informationen über das Red Centre, die Aborigines, das Zuhause der Anangu (traditionellen Bewohner des Uluru) bekommen.

Das Kulturzentrum wurde 1995 eröffnet. Das Gebäude repräsentiert eine Mischung aus den Bedürfnissen der Anangu Kultur und den Anforderungen von über 300.000 Besuchern pro Jahr.

„Dies ist das Land der Aborigines und Sie sind herzlich willkommen. Schauen Sie sich um und lernen Sie die Aborigines zu verstehen. Hier ist die Kultur der Aborigines noch stark und lebendig.“ Mit diesen Worten begrüßt uns Nellie Patterson.

Danach liefen wir (trotz 32 Grad) erneut die längere Strecke, die insgesamt ca. 2 Stunden dauerte. Unser Tour Guide Jamie erklärte uns während unseres Walks einiges über die Entstehung, Historie und Bedeutung des Uluru für die Aborigines. Umso mehr Details man erfuhr, umso mehr faszinierte einen dieser „rote Felsen“.

Früher war es ein großer Trend für viele Touristen den Ayers Rock „zu besteigen“. Aber eine Heilige Messe oder Gottesdienst in einer Kirche würden wir auch nicht einfach so unterbrechen oder stören, oder? Und selbst eine Moschee oder buddhistischen Tempel betreten wir doch barfuß aus Respekt. Warum sollte man dann auf das Wertvollste „klettern“ was die Aborigines haben?

Für die Anangu hat der Uluru eine große spirituelle Bedeutung. Der Aufstieg des Felsen ist zwar nicht offiziell verboten, aber ich finde auch als Westeuropäer sollte man die Kultur der Aborigines respektieren und vielleicht nicht hoch klettern. Abgesehen davon ist es auch nicht ungefährlich. Immerhin sind in den vergangenen Jahren über 40 Menschen beim Versuch des Hochklettern des Ulurus gestorben.

Gegen 17.30 Uhr kamen wir auf dem „Sunset“ Parkplatz an, von wo aus man einen unvergesslichen Blick auf den Sonnenuntergang des tollen Uluru haben sollte. Jahrelang wünscht man sich einmal den Ayers Rock live zu sehen und plötzlich steht man vor ihm und sieht das unglaubliche Farbenspiel. Während die Sonne langsam untergeht wechselt der Uluru, bedingt durch die Lichtverhältnisse, mehrfach die Farbe. Vom leuchtenden rot, orange, bis zu einem lila Ton.

Es sieht einfach nur atemberaubend aus und es war die beste Entscheidung, dass ich mich doch noch ganz spontan dazu entschlossen habe, als krönenden Abschluss meiner Australien Reise eine Ayers Rock Tour zu machen. Auch wenn ich, zu Ehren und Respekt gegenüber der Anangu und der Kultur der Aborigines, freiwillig darauf verzichtet habe den Uluru zu besteigen. Aber es gibt für mich als „Reisende“ gewisse Grundregeln und eine besagt: „Immer die Kultur des jeweiligen Landes oder eines Volkes zu respektieren!“ und an die halte ich mich.

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