Budapest

 

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„Forralt Bor“ heißt der Glühwein in Budapest und wird genauso gerne getrunken wie in Deutschland. Bratwurst oder gebrannte Mandeln sucht man dagegen vergeblich. Überhaupt liegt der Fokus auf Budapests Weihnachtsmärkten weniger auf dem Essen, sondern auf Ständen mit teils schönen, teils kitschigem Kunsthandwerk. Es ist abwechslungsreicher als in Deutschland und wesentlich weniger überfüllt. Das mag an den Preisen liegen, die eher auf Touristen als auf die ungarische Bevölkerung zugeschnitten zu sein scheinen. Auch bei dem mit 300 Ft. (ca 1 Euro) preiswert erscheinendem Glühwein sollte man im Hinterkopf behalten, dass ein ungarisches Durchschnittsgehalt zwischen 600 und 800 Euro liegt.

forraltbor

Budapest hat zwei große und zudem in der ganzen Stadt verteilt noch zahlreiche kleinere Weihnachtsmärkte. Tannenbäume sieht man eher selten, dafür aber viele überdimensionale Adventskränze mit riesigen Kerzen.

adventskranz

St. Stephans-Basilika

Einer der beiden großen Weihnachtsmärkte findet jedes Jahr auf dem Szent István tér, dem Platz vor der Basilika statt. Hier fühlen sich diejenigen wohl, die vor allem zum Essen und Trinken auf den Weihnachtsmarkt gehen. Den lila geschmückten dreieckigen Weihnachtsbaum in der Mitte des Platzes fand ich persönlich nicht so toll, aber das mag Geschmackssache sein. Abends kann man um den Weihnachtsbaum herum auf einer kleinen Fläche Schlittschuh laufen. Wer mal eine Abwechslung zum Glühwein braucht, sollte Pálinka probieren, typisch ungarischen Obstbrand, den es in allen möglichen Geschmacksrichtungen gibt.

basilika

pralinen

Deák Ferenc utca und Vörösmarty tér

Von Budapests Metroknotenpunkt Deák Ferenc tér gelangt man direkt auf den Weihnachtsmarkt der Deák Ferenc utca, die wiederum zum Vörösmarty tér führt. Hier findet man kulinarische Genüsse in der Mitte des Platzes, während drum herum zahlreiche Stände verteilt sind, an denen zum Beispiel Kerzen, ungarisches Kunsthandwerk, traditionelle Kleidungsstücke, und hochwertige Souvenirs verkauft werden. Wie schon erwähnt, sind die Preise nicht ohne, und beim Bezahlen war mehr Englisch als Ungarisch zu hören.

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kunsthandwerk

Café Gerbeaud

Am Vörösmarty tér liegt auch das Café Gerbeaud, eines der ältesten und traditionsreichsten Kaffeehäuser Europas. Den Kommunismus überstand es relativ unbeschadet und wurde 1995 von einem deutschen Unternehmer aufwendig renoviert, so dass es heute wieder in gleichem Glanz erstrahlt wie zu seinen besten Zeiten Ende des 20. Jahrhunderts. Zur Weihnachtszeit ist die Fassade des Cafés mit Lichterketten geschmückt, die einen riesigen Adventskalender darstellen.

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Kürtőskalács

Es hat mich eine Weile gekostet, dieses Wort in mein aktives Vokabular zu integrieren, aber ich habe es geschafft. Kürtőskalács gibt es nicht nur zu Weihnachten, aber in der kalten Jahreszeit schmeckt er besonders lecker. Die deutsche Übersetzung „Baumkuchen“ trifft es nicht so ganz, weil der ungarische Kürtőskalács anders ist. Zu kaufen ist er typischerweise an Straßenständen in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ich mag die Zimtvariante am liebsten – nicht nur zu Weihnachten. Wen es interessiert, wie Kürtőskalács hergestellt wird, findet hier eine schöne Fotostrecke.

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Fazit

Nur wegen der Weihnachtsmärkte nach Budapest zu fahren, lohnt sich meiner Meinung nach nicht, aber wenn man eh einen Städtetrip in die ungarische Hauptstadt plant und kein Problem mit Kälte hat, bietet sich der Dezember als Reisemonat durchaus an und wird durch einen Bummel über die Weihnachtsmärkte abgerundet.

© Fotos und Text von Nuria Yasmin
Danke fürs Blogwichteln liebe Nuria!

Nuria’s Blog: http://www.europeanadventure.de