Shalom Tel Aviv 

 

 

Kurz vor der Landung in Tel Aviv spricht die Germanwings Crew mit den Passagieren und bittet sie aufgrund

der israelischen Regeln die Waschräume 30 Minuten vor Landung nicht mehr aufzusuchen. Spätestens hier

weiß man, dass man in kein 0815-Urlaubsland fliegt. Wobei der Check-In am Köln-Bonner Flughafen bereits  

am Morgen vollkommen anders, als gewöhnlich war. Das Handgepäck wurde vom Personal wirklich akribisch durchsucht und ich erinnere mich noch, dass die Sicherheitsvorschriften vor einigen Jahren nach New York mindestens genauso hoch waren, wie bei meinem jetzigen Flug nach Israel. Aber sei es drum, wenn dadurch nichts passiert und Flughafenpersonal und Passagiere glücklich und zufrieden sind, lässt man auch solche nervigen Prozeduren über sich ergehen… Bei der Ankunft in Tel Aviv wartet man dann brav zwischen 30-60 Minuten bei der Passkontrolle bis man von den Beamten befragt wird, ob das der erste Aufenthalt im Land wäre, ob ich ganz alleine reise und was ich beruflich tun würde.

 

Als ich offenbar alles zur vollsten Zufriedenheit beantwortet hatte, bekam ich meinen Reisepass netterweise zurück, zusammen mit einer “Border Control Clearance”. Dieses Dokument ist vergleichbar mit einem Einreisestempel von Israel und bestätigt, dass ich mich legal und offiziell im Land aufhalte. Bei der Taxifahrt vom internationalen Flughafen Ben Gurion in die Stadt bin ich zusammen mit zwei anderen Mädels gefahren, so haben wir den Gesamtpreis von 164 NIS kurzerhand durch drei geteilt. Wieder was dazu gelernt: in Israel bezahlt man für sein Gepäck extra. Ähm, ist es sonst etwa nicht üblich mit Gepäck zu fliegen? Weil Koffer und Rucksäcke essen und trinken seit neuestem ja auch und entwickeln ein Eigenleben. Achtung Ironie! :-)  

 

Nach einer halben Stunde kam ich im Stadtteil Kerem Hatemanim an und suchte mit meinem praktischen Stadtplan (den ich mir zuvor bei Globetrotter in Köln gekauft hatte) nach der Straße meines Hotels. Zehn Minuten später checkte ich bereits im Hotel ein. Danach wollte ich nur noch eins: ENDLICH an den Strand und zum Meer. Gesagt, getan! Ich lief in Windeseile zu Fuß zur naheliegenden Strandpromenade und auch wenn das Wetter nicht so optimal – sondern bedeckt war und es leicht regnete, es war trotzdem toll! Einfach traumhaft das Meer endlich wieder zu sehen, das Wellenrauschen zu hören und eine frische Meeresbrise ins Gesicht zu bekommen…

 

Gegen Abend fuhr ich mit dem Taxi zum Goethe-Institut am anderen Ende von Tel Aviv in die Weizmann Strasse 4. Eigentlich war ich dort mit meiner Kollegin Katharina Höftmann verabredet. Sie arbeitet (wie ich auch) als Journalistin und Autorin und lebt mit ihrem Mann in Tel Aviv und hatte mich zu ihrem Vortrag ihres aktuellen Kriminalromans “Der Rabbi und das Böse” eingeladen. Doch leider wurde sie plötzlich krank und der Buchvortrag musste abgesagt werden. Da ich via Handy an dem Tag (Flug) ausnahmsweise mal nicht erreichbar war, wusste ich das nicht und stand dann leider vergeblich am Goethe-Institut. Aber ich freue mich dennoch Katharina so bald wie möglich und hoffentlich gesund und munter bei ihrem nächsten Deutschlandbesuch zu sehen. Und ich kann jedem Israel Interessierten ihr tolles Buch “Guten Morgen, Tel Aviv” wirklich sehr empfehlen.

 

 

Marktbesuch mit Masterchief Tom Franz in Tel Aviv

 

Heute hatte ich einen unvergesslichen Marktbesuch und ein tolles Interview mit Tom Franz – dem Autor des tollen Buches “So schmeckt Israel” und gleichzeitig dem Sieger des “Masterchief” Wettbewerbs 2013 in Israel. Pünktlich um 9.30 Uhr holte mich Tom in meinem Hotel ab. 

 

Wir schlenderten gemütlich in Richtung Shuk HaKarmel – dem beliebtesten Markt Tel Avivs. Der Markt besteht aus verschiedenen orientalischen Lebensmitteln, wie frisches Obst und Gemüse, verschiedenste Käsesorten, diversen jüdischen Fleisch- und Wurstspezialitäten und natürlich auch jede Menge israelischer Souvenirs und Krims-Krams Artikel. Tom fällt auf dem Markt natürlich auf. Ein 1,90 m großer, athletischer Mann, mit einem Zopf, modern gekleidet, der in Tel Aviv seinen jüdischen Glauben lebt, mit einer Israelin verheiratet ist und zu guter letzt auch noch den Masterchef Wettbewerb 2013 im israelischen Fernsehen gewonnen hat – als erster Deutscher. 

 

Während wir durch die Gassen schlenderten, wurde er mehrfach von israelischen Marktbesitzern angesprochen oder galant auf die Schultern von älteren Israelis geklopft. In einem kleinen Strassencafé lud uns der Cafébesitzer spontan auf einen Kaffee ein. Egal durch welche Strasse wir auch durchliefen, viele erkannten Tom und alle freuten sich ihn zu sehen. Seine unglaublich warmherzige und sympathische Art, die zugleich authentisch rüberkommt, imponiert hier vielen. 

 

Sie sehen ihn nicht als Fremden, sondern als Einen von ihnen. Ein Deutscher, der sich mit der jüdischen Geschichte und dem Glauben, der Tradition freiwillig auseinander setzt und all das auch lebt. Plötzlich sprechen viele Israelis positiv von den “Deutschen” oder überdenken ihre vorgefertigte Meinung. Tom und ich aßen zusammen Mittag – natürlich typisch israelisch und Tom bewies Geschmack. Er suchte ein kleines, aber feines Streetfood Restaurant für uns raus, welches für das Nationalgericht Nr. 1 – den besten Humus – in ganz Tel Aviv bekannt sein sollte.

 

Alle Tische waren besetzt und einige Leute standen in einer Schlange um auf einen Platz zu warten. Kaum hatte der Ladenbesitzer Tom und mich erspäht holte er einen provisorischen Plastetisch und besorgte zwei Stühle und schwups schon saßen wir. Tom bestellte für uns Shakshouka, Tabouleh (Salat aus Bulgur, Tomaten, Gurken und Petersilie) und den besagten besten Humus der Stadt zusammen mit ofenfrischen Pita-Brot. Es duftete herrlich nach frischen Kräutern und das Essen war einfach mega lecker! Also an die israelische Küche könnte ich mich wirklich gewöhnen…

 

 

Und plötzlich war Shabbat 

 

Am Samstag ist Shabbat in Israel. Was das für Einheimische und auch Touristen heißt? Der Shabbat ist der religiöse und auch staatlich geschützte Wochenfeiertag. So darf nach den Strenggläubigen von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag nicht gearbeitet werden und es darf z.B. auch keine elektrische Energie verbraucht oder Technik genutzt werden.

 

Das heisst also auch das ab 14 Uhr keine öffentliche Verkehrsmittel wie z.B. Busse von Tel Aviv nach Haifa fahren. Was natürlich schlecht ist, wenn das nächste Reiseziel meiner Israel Reise Haifa ist. Ich hatte also drei Möglichkeiten. Die teuerste Variante wäre ein Taxi gewesen. Die langsamste und umständlichste Möglichkeit wäre der Zug von Tel Aviv nach Haifa gewesen. Also entschied ich mich für Variante drei - die schnellste und zugleich kostengünstigste.

 

Ich lief - leider im strömenden Regen und nur mit einem kleinen Schirm bewaffnet, von meinem Hotel zur nächstgelegenen Bushaltestelle, stieg in den Bus Nr. 4 und fuhr zur Central Station. Dort bin ich dann in ein Sherut, eine Art Sammeltaxi eingestiegen. Nachdem ich meinen Koffer neben meinen Sitz platziert hatte, wartete ich noch auf weitere Fahrgäste, die ebenfalls nach Haifa fahren wollten. Als alle zehn Sitzplätze besetzt waren fuhr der Fahrer mit seinem Sherut in Richtung Haifa, die Autobahn führte direkt am Meer entlang und umso mehr man Richtung Norden kam, umso schöner wurde das Wetter. In Haifa kam ich bei strahlenden Sonnenschein gegen 15 Uhr an. Die 18-jährige Melinda war glücklicherweise trotz Shabbat im Guesthouse des Rutenberg-Instituts und nahm mich dort in Empfang. Nachdem ich mein Zimmer bezogen und mein Gepäck abgestellt hatte, erkundeten wir zusammen die Umgebung in Haifa. Allerdings wird es hier schon ab 17 Uhr sehr schnell richtig dunkel. Zum Glück gibt es auch in Israel amerikanische Fast-Food Ketten wie z.B. Pizza Hut, die trotz Shabbat geöffnet haben und wo man was essen kann. Denn viele israelische Restaurants haben natürlich zu dieser Zeit komplett geschlossen.

 

 

Besuch des Radiosenders Galey Zahal

 

 

Am Montag stand vormittags der Besuch bei dem bekannten israelischen Radiosender“Galey Zahal” auf dem Programm der Pressereise. Das Besondere an diesem Radiosender ist, dass die Mitarbeiter entweder alle bereits bei der israelischen Armee gearbeitet haben und jetzt journalistisch im Sender tätig sind.

 

Wie beispielsweise die 37-jährige Moderatorin Naomi die bereits seit 19 Jahren in dem Sender tätig ist. Oder es gibt weibliche und männliche Soldaten, die jetzt ihren dreijährigen Wehrdienst direkt im Radiosender ablegen. Wir haben mit mehreren Mitarbeitern des Armeesenders und dem zuständigen Chefredakteur über die Entstehung des Senders, das Radio-Programm und die Philosophie des Senders gesprochen. Nach dem Mittag fuhren wir mit einem Kleinbus von Tel Aviv direkt nach Jerusalem. Zum Glück hatten wir einen christlichen Araber als Fahrer, der uns offiziell nach Bethlehem, ins sogenannte Westjordanland fahren konnte.