Vietnam

Trekking Tour und Homestay in Sapa

von frances81 am Dezember 6, 2012
Nach dem Frühstück liefen wir von unserem Hotel aus, nur mit unserem Trekking Rucksack und dem Wichtigsten was wir brauchten, bekleidet los. Zunächst einsame Strassen und Feldwege entlang durch die wunderschöne Gegend des Muong Hoa Flusses, danach ging es weiter über Stock und Stein. Plötzlich ging es bergab.

Der strömende Regen der vergangenen Tage hatte die Wege in super matschige und klitschige Pfade verwandelt. Man musste bei jedem Schritt extrem aufpassen um die Balance zu halten und um nicht weg zu rutschen oder in den Matsch zu fallen. Einige fielen trotzdem in den Matsch, auch wenn sie gutes Schuhwerk hatten. Es lies sich einfach nicht vermeiden. Nach über 2 Stunden Trekking durch die wundervolle Natur, entlang der einzigartigen Reisfelder bei strahlendem Sonnenschein, erreichten wir unseren Zwischenstop pünktlich zum Lunch im Lao Chai Village.

Der Blick war wirklich phänomenal. Die Sonne schien endlich. Wir hatten strahlend blauen Himmel und nur vereinzelt waren kleine weiße Wolken am Horizont zu sehen. Der Nebel stieg aus dem Tal über die Reisfelder empor und es sah richtig mystisch aus.

Nach unserem Lunch, wo danach mein iPhone spurlos verschwunden war und worauf ich jetzt nicht näher eingehen möchte, machten wir uns zur zweiten Etappe unserer Trekking Tour auf.

Nach weiteren 2 Stunden kamen wir in dem Ta Vinh Village an. Dort wo wir auch unseren „Homestay“ bei einer vietnamesischen Familie haben sollten. Die Unterkunft war sehr einfach, aber nett. Aber auch hier gab es keine Heizung, um z.B. auch die nasse Kleidung trocknen zu können. Wir schliefen alle in einem großen Holzraum. Jeder hatte eine Matratze mit einer großen bunten Decke und Kissen sowie einem übergroßem Moskitonetz (bei der Kälte?) zugeteilt bekommen.

Neben dem Schlafraum befand sich ein großer Raum mit einer Feuerstelle und Küche, wo die Gerichte für uns vorbereitet und gekocht wurden. Ich fand das Feuer ganz praktisch. Ich nahm mir einen Holzklotz und setzte mich so nah wie möglich zum Feuer um einigermaßen aufzutauen und warm zu werden.😉

Zum Abendessen gab es leckre vegetarische Springrolls, die wir selbst herstellen konnten. Danach gab es mehrere vietnamesische Gerichte z.B. Hühnchen mit Pilzen, Rind, Schwein, Torfu, Reis und Reisnudeln mit gekochtem Gemüse. Es war wirklich lecker.

Die Gastgeberfamilie bot uns allen ihren selbst destillierten Reiswein in Plasteflaschen an. Wir nahmen den Reiswein dankend an, weil uns allen so kalt war. Tja, es soll ja gewisse Engländer oder auch Südafrikaner und Kanadier geben die allen Ernstes bis an die 25 (!) Schnapsgläser davon getrunken haben. Ich habe 2 Gläser aus Höflichkeit mit getrunken, bin dann doch lieber bei einem Bier und 2 Gläschen Wodka geblieben. Das war genug!

Nach dem es Abend wurde mussten wir uns alle bettfertig machen und so nach und nach der Holzleiter raufkraxeln um mit unserer Taschenlampe zu unseren Matratzen zu kommen. Wir gehörten zu denjenigen die als letztes ins Bett gingen. Die meisten schliefen schon und schnarchten die Tonleiter rauf und runter. *smile* Ich hatte netterweise eine sehr hilfsbereite „persönliche Wärmflasche“ und musste zum Glück dadurch nicht frieren. Gegen ca. 5 Uhr war die Nacht für mich erstmal zu Ende und ich schlich als Erste zu den Badräumlichkeiten, die sich auf dem Hof befanden. Da es aber noch zu kalt draussen war, beschloss ich wieder schnell zurück zu meinem relativ warmen Bett zu gehen.

Als wir etwas später alle beim Frühstück saßen sponserte ich erstmal für einige Leidtragende eine Aspirin. Oh man, vor allem die Männer sahen echt schlimm aus. Keiner sagte was…und das Wort „Reiswein“ durfte danach Keiner mehr ansprechen…

Nighttrain von Hanoi nach Lao Cai und Sapa

von frances81 am Dezember 1, 2012

Gegen 20 Uhr waren wir am Bahnhof in Hanoi. Wir stiegen in den Zug und bekamen prompt unsere 4-er Kabine zugeteilt. Katrin, Ute, Jo und ich teilten uns die Mädels Kabine. Diesmal hatte ich mir noch in Hanoi meine sogenannte Sleeping bag natürlich in türkis für 6 Dollar gekauft. Nachdem mir die Jungs schon voll die Schauermärchen über die Hygienezustände im Zug erzählt hatten und sie selbst alle ihre eigenen Schlafsäcke hatten. Als ich die Decke und das Kissen sah, wusste ich was sie gemeint hatten und war froh auf ihren Rat gehört zu haben. Danke Andres für den Tipp! Wir quatschten alle noch bis nach Mitternacht und saßen gemütlich zusammen, tranken Bier und aßen verschiedenes Knabberzeugs.

 

Man musste sich an die Erschütterungen und lauten Geräusche im Zug erstmal gewöhnen. Alles wackelte enorm. Die Nacht wurde sehr kurz…Schlaf bekamen wir alle kaum. Um 6.00 Uhr morgens kamen wir am Bahnhof in Lao Cai an. Als wir aus dem Zug ausstiegen war es nochmal deutlich kälter als in Hanoi und tata Überraschung – es regnete. Wir stiegen mit unserem Gepäck in den Bus und fuhren weiter nach Sapa.

Meine liebe Katrin und ich bekamen im Hotel ein Doppelzimmer in der 2. Etage. Als wir das Zimmer betraten waren wir eigentlich schon Eisklötze, aber das Zimmer selbst war auch eisig. Wir froren beide so sehr, dass es auch nichts half sich ins Bett zu packen. Das Zimmer hatte keine Heizung und die Kälte und der Regen machten das Bett total klamm. Wir sind kurzerhand zur Rezeption gegangen und haben uns einen Heizlüfter besorgt, wofür sie allen Ernstes 5 Dollar Leihgebühr haben wollten. Nachdem wir uns frisch, bzw. eher warm durch eine heisse Dusche gemacht hatten, sind wir zum Lunch in die Stadt gelaufen. In der ganzen Stadt gab es einen „North Face“ Shop nach dem anderen. Mir gefiel ein türkiser 55 Liter Trekking Rucksack. Im Hotel kostete er 20 Dollar, in der Stadt nur schlappe 10 Dollar. Und sie hatten auch tolle Trekking Jacken, die innen auch noch eine Fleece Jacke zum heraustrennen hatten für 40 Dollar. Bei den Schnäppchenpreisen mussten wir natürlich zuschlagen.😉

Abends waren wir in einem typischen vietnamesischen Restaurant in Sapa und haben „Hot Pot“ gegessen. Es gab Fish, Chicken, Pork und Beef und viele Kräuter. Alles zusammen köchelte in einem Sud in der Mitte des Tisches. Es erinnerte mich ein bisschen an Raclette Abende. Nur wurden hier die Zutaten nicht gebraten oder mit Käse überbacken, sondern in einer Art Brühe gekocht.

Welcome Vietnam

von frances81 am November 30, 2012

Gegen 15 Uhr kam ich am Flughafen im kalten Hanoi an. Es war extrem neblig an dem Tag und nach den warmen Temperaturen in Thailand, hat man regelrecht gefroren bei nur 15 Grad. Ich nahm mir ein Taxi und wollte direkt zum Hotel. Allerdings dachten der Taxi Fahrer und sein Beifahrer anscheinend sie könnten mich irgendwie abzocken. So nach dem Motto europäische Frau, die alleine reist, die kennt sich bestimmt in Vietnam nicht aus.

Kaum saß ich in dem Taxi, wo draußen ganz groß „Taxi Meter“ auf dem Dach stand, gab der Fahrer Vollgas und ich wunderte mich kurz. So schnell konnte man sich gar nicht anschnallen. Dann schaute ich auf das Armaturenbrett, wo weit und breit kein Taxi Meter zu sehen war, lediglich irgendwelche herunter hängenden Kabel. Ich fragte, was das soll und beide stammelten, dass das Taxi Meter seit ein paar Tagen kaputt sei, ich mir keine Sorgen machen sollte. Ja nee is klar! Auf die Frage, wie viel sie denn bis zu dem Hotel haben wollen würden, sagte der Taxi Fahrer voll dreist: „Fix 700.000 Dong“ (also umgerechnet 25 Euro). Ich fragte ihn, ob er irgendwie verrückt sei? Er sagte dann ganz empört, dass er ja schließlich Taxi Charge und Fee für die Autobahn zahlen würde. Ich schaute ihn an und sagte nur: „No way! You have no Taxi Meter and no Taxi badge in your car.“ Er hatte weder ein Taxi Meter, der den genauen Preis berechnete, noch eine Taxi Lizenz im Auto. Damit hatte der Typ nicht gerechnet.

Das mit der Taxi Charge war echt Bullshit was er erzählte. Schließlich sind wir nicht in Bangkok, sondern in Hanoi und der Typ wollte mich nur reinlegen. Ich diskutierte mit beiden und forderte sie umgehend auf mich sofort zum Flughafen zurück zu fahren. Plötzlich bekamen beide Panik und handelten mit mir. Für 350.000 Dong (ca. 12 Euro) fuhren sie mich dann letztlich zum Hotel. Später erfuhr ich von anderen, dass wohl sehr viele (illegale) Taxi Fahrer das Spiel mit den Touristen abgezogen haben und ich wohl sogar noch am Günstigsten weg gekommen bin. Es gab tatsächlich einige, die an die 600.000 Dong bezahlt haben, für eine lumpige Taxi Fahrt. Krass! Ich finde das absolut unverschämt und dreist. Da kommt man in einem fremden Land an und die Einheimischen haben nichts besseres zu tun, als zu versuchen dich gleich über den Nuckel zu ziehen.

Gegen 15.30 Uhr kam ich im Hotel „Hong Ngoc“ in der Innenstadt von Hanoi an. Ich checkte im Hotel ein und lief danach erstmal eine Runde, um die Stadt zu Fuß zu erkunden.

Ich kann mich noch genau an das Gefühl erinnern, als ich das erste Mal aus der Hoteltür lief und die Strasse betrat. Alles war so extrem laut und ungewohnt. Überall fuhren die ca. 8 Millionen Motorräder, die diese Stadt hatte und es hupte wirklich permanent aus jeder Ecke. Die Strassen waren gekrachte voll. Auf den Bürgersteigen waren meistens Essensstände aufgebaut und man musste auf der Strasse laufen. Anfangs war es total ungewohnt, dass die Motorräder keine Rücksicht auf Passanten nahmen und auch nicht bremsten. Man musste sich seinen eigenen Weg durch die Strassen, Schritt für Schritt erarbeiten und bloß nicht erschrecken oder zurück gehen. Dadurch entstehen die meisten Unfälle.

Ich lief zum bekannten Hoan Kiem Lake (Schwertsee), der inzwischen schon beleuchtet war. Um den See herum tobte das Stadtleben. Viele bunte Leuchtreklamen, massenweise Motorräder, Busse, Fußgänger und sehr viele verliebte Pärchen saßen auf den Bänken in der Nähe des Sees.